Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Schwebefähre Rendsburg - Trotz guter Baufortschritte coronabedingte Verzögerung - Inbetriebnahme 2021

10. Juli 2020

Ausgabejahr 2020
Datum 10.07.2020

Am 01.Juli.2020 wurde auf dem Betriebsgelände des WSA Kiel-Holtenau an der Sonderburger Allee in Rendsburg das Gebäude für das neue „Technikzentrum“ errichtet. Die über 50 t schweren Gebäudeteile wurden mit Hilfe eines Autokranes auf die im Monat Mai hergestellte, tiefgegründete Sohlplatte abgesetzt. Auch das etwa 300 kW starke Notstromaggregat wurde aufgestellt, das zukünftig die Notstromversorgung der neuen Schwebefähre garantiert (Bilder 1 bis 4). Im nächsten Schritt folgt der Innenausbau und die Ausrüstung der Technikzentrale. Diverse Schalt- und Steuerschränke sind in der Fertigung, müssen geliefert und aufgestellt werden. „Alle Einheiten sind dann noch von der beauftragten Elektrofirma zu „verdrahten“ , erklärt der zuständige Sachbereichsleiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau.

Darüber hinaus hat die Verlegung des neuen Kabelnetzes unter, an und auf der Brücke bis zum nördlichen Brückenpylon begonnen. An den beiden südlichen Eckstielen des sogenannten „Übergangspfeilers Nord“ werden Halterungen für die bis zu armdicken Energiekabel montiert.
(Bilder 5 a und b).

Bestandteil der Energieverteilung sind auch die beidseits des Brückenüberbaus zu montierenden Stromschienen (Bild 6). Die Stromabnehmer der neuen Schwebefähre greifen in diese Schienen ein und versorgen so während der Überfahrt die Antriebsmotore mit der benötigten elektrischen Energie. „Im Vergleich zum ursprünglichen System, das nur über eine Schiene verfügte, montieren wir die Stromschienen beidseitig des Brückenüberbaus zur Erhöhung der Betriebssicherheit.“ so der Vertreter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau.

Die Montage der Stromschienen wird von den fahrbaren Arbeitsgerüsten aus erfolgen, die derzeit zur Herstellung des Korrosionsschutzes an den neuen Schwebefährenschienenträgern genutzt werden. Die Fertigstellung des Korrosionsschutzes ist abzuwarten.

Der Bau der Fahrbühne im Fertigungswerk „Brake“ der Firma Hermann Maschinenbautechnologie hat Fahrt aufgenommen. Die zahlreichen Baugruppen der beiden seitlichen über 14 m langen Verbände wurden millimetergenau gefertigt (Bilder 7 und 8). Ein seitlicher Verband wurde bereits komplett zusammengebaut, verbohrt und verschraubt (Bild 9). Derzeit wird der zweite Verband zusammengebaut. Ab dem 08.07.2020 werden die Arbeiten zur Fahrbahnplatte mit Längs- und Quersteifen aufgenommen. Diese wird im Anschluss mit den beiden seitlichen Verbänden zusammengefügt und stellt das Grundgerüst der Fahrbühne dar.

Die Ausführungsplanung der vier sog. Balanciers, die das Fahrwerk der Schwebefähre bilden, ist derzeit noch nicht abgeschlossen. Das Fahrwerk ist das zentrale Element, das die gesamten Lasten trägt, die Beschleunigungs-, Bewegungs-, Brems- und Seitenführungskräfte in die Fahrschienen leitet und deshalb mit ganz besonderer Sorgfalt zu planen ist.
Die Planer der Fa. Hermann Maschinebautechnologie sind bei der Konstruktion dieser einzigartigen Fahrwerke auf die Zuarbeit von diversen Zulieferern von z.B. Motoren, Getriebe, Bremsen, Hydraulik, Radsätzen, elektronische Bauteile u.a. angewiesen. Diese Abstimmungen waren seit dem Monat März aufgrund der Corona-Lage und den damit verbundenen Einschränkungen kaum mehr möglich bzw. kamen vollständig zum Erliegen.

Die Vertreter des WSA Kiel-Holtenau und der Fa. Hermann Maschinenbautechnologie haben die aktuelle Lage gemeinsam analysiert und die infolge der äußeren Einflüsse eingetretenen Verzögerungen einheitlich beurteilt: Die Projekt-Meilensteine „Planung, Bau und maschinenbau- und elektrotechnische Ausrüstung der Fahrwerke“ und „Zusammenbau und Test des Fahrwagens und der Fahrwerke“ verzögern sich, so dass eine reguläre Inbetriebnahme der neuen Schwebefähre im Herbst 2020 nicht zu erreichen ist.
Die Ausführung der nachfolgenden Projektschritte „Seetransport der Schwebefähre von Brake nach Rendsburg“, „Montage und Ausrüstung der Fahrwerke, des Fahrwagens und der Fahrbühne an der Hochbrücke Rendsburg“ und der „Funktionstest“ verzögert sich zusätzlich wegen der dann anstehenden Winterzeit. „In den Wintermonaten ist das Arbeiten auf der Hochbrücke sehr erschwert, riskant und nicht verlässlich zu kalkulieren. Die Schwebefähre wird deshalb in 2021 kommen“, erklärt der zuständige Sachbereichsleiter.

Der Seetransport der neuen Schwebefähre nach Rendsburg ist nun Ende März 2021 vorgesehen. Die Montage des Fahrwagens, der Tragseile und der Fahrbühne werden dann im Frühjahr erfolgen. Die im Anschluss umfangreich durchzuführenden elektrotechnischen Verkabelungen und System- und Funktionstests werden eine Inbetriebnahme voraussichtlich im Sommer 2021 ermöglichen.

Alle Beteiligten bedauern, das selbstgesteckte Ziel einer Inbetriebnahme der neuen Schwebefähre in 2020 aufgeben zu müssen.

Über die laufenden Arbeiten und weiteren Entwicklungen werden wir Sie auf dem Laufenden halten.

Schröder

Präsentation mit Bildbeschreibung

Bild 1 PM 5 Bild 1 PM 5 Bild 1: Das beigefügte Bildmaterial ist für eine Veröffentlichung freigegeben. Bitte nennen Sie als Quelle das WSA Kiel-Holtenau.

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Bild 6 PM5 Bild 6 PM5 Bild 6: Das beigefügte Bildmaterial ist für eine Veröffentlichung freigegeben. Bitte nennen Sie als Quelle die Firma Hermann GmbH Maschinenbautechnologie, Dr.-Müller-Straße 22, 92637 Weiden.

Bild 7 PM5 Bild 7 PM5 Bild 7: Das beigefügte Bildmaterial ist für eine Veröffentlichung freigegeben. Bitte nennen Sie als Quelle die Firma Hermann GmbH Maschinenbautechnologie, Dr.-Müller-Straße 22, 92637 Weiden.

Bild 8 PM5 Bild 8 PM5 Bild 8: Das beigefügte Bildmaterial ist für eine Veröffentlichung freigegeben. Bitte nennen Sie als Quelle die Firma Hermann GmbH Maschinenbautechnologie, Dr.-Müller-Straße 22, 92637 Weiden.

Bild 9 PM5 Bild 9 PM5 Bild 9: Das beigefügte Bildmaterial ist für eine Veröffentlichung freigegeben. Bitte nennen Sie als Quelle die Firma Hermann GmbH Maschinenbautechnologie, Dr.-Müller-Straße 22, 92637 Weiden.