Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Schutz von gefährdeten Arten

In den Widerlagern der ersten Levensauer Hochbrücke besteht mit über 5.000 Tieren eines der größten mitteleuropäischen Winterquartiere für zahlreiche Fledermausarten. In den Widerlagern der ersten Levensauer Hochbrücke besteht mit über 5.000 Tieren eines der größten mitteleuropäischen Winterquartiere für zahlreiche Fledermausarten. Quelle: WSA Kiel-Holtenau

Erhalt des Winterquartiers für Fledermäuse
In den bis zu zwei Meter tiefen Mauerwerkspalten der Widerlager der ersten Levensauer Hochbrücke besteht mit über 5.000 Tieren eines der größten mitteleuropäischen Winterlager für zahlreiche Fledermausarten. Alle in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind nach dem Artenschutzrecht streng geschützt. In den Widerlagern überwintern vor allem Zwergfledermäuse, Wasser- und Fransenfledermäuse sowie große Abendsegler. In Abstimmung mit Naturschutzexperten wurden für den Ersatzneubau der ersten Levensauer Hochbrücke gemeinsam Lösungen zum Schutz der Fledermäuse entwickelt.

Skizze: Fledermaushabitat im Mauerwerksspalt zwischen Seitenwand und Widerlagergewölbe (gelb) Skizze Erhalt des Winterquartiers für Fledermäuse Skizze: Fledermaushabitat im Mauerwerksspalt zwischen Seitenwand und Widerlagergewölbe (gelb) Quelle: WSA Kiel-Holtenau

Das bestehende Widerlager Süd wird saniert und bleibt unter der neuen Brücke dauerhaft als Winterlager für Fledermäuse erhalten. Zusätzlich werden hier weitergehende Überwinterungsstrukturen geschaffen. Auch das neue Widerlager Nord wird anders als ursprünglich geplant, als Hohlkörperkonstruktion gebaut und wird, ergänzt durch Flachkästen an der Innen- und Außenseite, den Fledermäusen wieder als Winterlager zur Verfügung stehen. Es verbleibt als Beeinträchtigung für die Fledermäuse nunmehr die zeitliche Lücke von zwei Jahren zwischen Abriss und Neuerrichtung des nördlichen Widerlagers. In dieser Zeit werden zusätzlich Flachkästen für Fledermäuse in nahe gelegenen Wäldern im Kieler Stadtgebiet angebracht und regelmäßig kontrolliert.

Auch im Umfeld der ersten Levensauer Hochbrücke wird durch die Bauzeitenregelungen zur Wahrung der Winterruhe zwischen Ende September bis Mitte April, den Erhalt von Gehölzstrukturen entlang der Flugrouten und dem Verzicht auf beleuchtete Baustraßen auf die besonderen Ansprüche der Fledermäuse eingegangen.

Sanierung des Winterquartiers der Fledermäuse im südlichen Widerlager. Sanierung südliches Widerlager Sanierung des Winterquartiers der Fledermäuse im südlichen Widerlager. Quelle: WSA Kiel-Holtenau

Weitere Schutzmaßnahmen

Zur Vermeidung von Beeinträchtigungen von Tieren, Biotopstrukturen und des Bodens sind weitere Schutzmaßnahmen umgesetzt worden. Hierzu zählen die Errichtung eines Gehölzschutzzaunes während der Bauphase sowie Schutzzäune für Reptilien und Amphibien. Zum Schutz des Bodens wird der Oberboden abgeschoben und in Mieten zwischengelagert.

Im Rahmen der Umweltbaubegleitung für den Ersatzneubau der Brücke ist auch der Schutz der Amphibien in den Fokus geraten. Bei den faunistischen Erfassungen wurden in 34 Gewässern sechs Arten gefunden. Eine Art, der Moorfrosch, ist nach dem Artenschutzrecht streng geschützt. Das ist die rechtlich wichtigste Schutzkategorie. Als weitere streng geschützte Art ist Kammmolch nachgewiesen, der im Anhang IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU geführt wird.

Um erhebliche Beeinträchtigungen durch den Ersatzneubau für Amphibien zu verhindern, ist das Baufeld auf einer Länge von 3.000 Metern mit Folienzäunen abgestellt worden. Die Zäune verhindern das Einwandern der Tiere in das Baufeld, und gewährleisten so den Schutz der Tiere während der Bauzeit.

Der im Baugebiet vorkommende Moorfrosch ist nach dem Artenschutzrecht streng geschützt. Der im Baugebiet vorkommende Moorfrosch ist nach dem Artenschutzrecht streng geschützt. Quelle: Christian Fischer/wikimedia

Entlang der Baustelle und Baustraßen wurden spezielle Schutzzäune für Amphibien aufgestellt, die regelmäßig kontrolliert werden. Amphibienzaun Entlang der Baustelle und Baustraßen wurden spezielle Schutzzäune für Amphibien aufgestellt, die regelmäßig kontrolliert werden. Quelle: WSA Kiel-Holtenau