Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Erster Bauabschnitt zwischen Großkönigsförde
und Schinkel

Bereich des ersten Bauabschnittes mit Arbeits- und Ablagerungsflächen sowie den notwendigen Verkehrsänderungen (Stand April 2020) Bereich des ersten Bauabschnittes mit Arbeits- und Ablagerungsflächen sowie den notwendigen Verkehrsänderungen (Stand April 2020) Bereich des ersten Bauabschnittes mit Arbeits- und Ablagerungsflächen sowie den notwendigen Verkehrsänderungen (Stand April 2020) Quelle: WSA Kiel-Holtenau

Der erste Bauabschnitt zur Erweiterung des Nord-Ostsee-Kanals betrifft den Bereich zwischen den Kanalkilometern 80,1 und 84,4 von Großkönigsförde bis nach Schinkel. Er umfasst die östlich der Weiche Königsförde befindliche „Gerade Königsförde“ (Kanalkilometer 80,000 bis 82,500, Baukilometer 0+082 bis 2+581) Daran anschließend folgt die „Kurve Groß Nordsee“, die bis zur östlich gelegenen Weiche „Groß Nordsee“ (bis Kanalkilometer 84,100, bis Baukilometer 4+172) reicht.

Der Nord-Ostsee-Kanal wird hier durch Rückverlegung der nördlichen Böschung verbreitert und der Kurvenradius der Kurve Groß-Nordsee erweitert. An der neuen Böschung wird ein durchgehender Betriebsweg errichtet, die Beleuchtung mit Signaleinrichtungen wiederaufgebaut und die Wasserwechselzone ebenfalls wieder mit einem Deckwerk aus Wasserbausteinen gesichert.

Durch diesen Eingriff wird auch Infrastruktur entfernt, die sich bisher in unmittelbarer Kanalnähe befindet – dazu zählen unter anderem Straßen, Radwege und Versorgungsleitungen. Damit Verkehrswege und Versorgung der Anwohner während der eigentlichen Bauphase so wenig wie möglich beeinträchtigt werden, wurde die betroffene Infrastruktur bereits im Vorfeld ersetzt, dabei modernisiert und zu einem großen Teil sogar erweitert (siehe Vorbereitende Maßnahmen).

Abgrabungen zum Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals zwischen Großkönigsförde und Schinkel (Stand Juni 2020) Abgrabungen zum Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals zwischen Großkönigsförde und Schinkel (Stand Juni 2020) Abgrabungen zum Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals zwischen Großkönigsförde und Schinkel (Stand Juni 2020) Quelle: WSA Kiel-Holtenau

Die Arbeiten im Bereich zwischen Großkönigsförde und Schinkel erfolgen ausschließlich auf der nördlichen Kanalseite. Während des ersten Bauabschnitts werden jeweils rund 1,2 Millionen Kubikmeter Trocken- und Nassaushub bewegt. Zu Beginn wird der Boden hinter der alten Böschung, die als Damm stehenbleibt, abgebaggert. Ein Teil des Trockenbaggeraushubs wird für den Bau des Erdwalls an der Autobahn 210 genutzt. Der übrige Teil wird auf die Ablagerungsflächen Ziegelgrube und Kippland Schinkel verbracht. Die Flächen werden mit dem Bodenaushub gemäß dem natürlichen Landschaftsbild des norddeutschen Hügellands angelegt und anschließend wieder landwirtschaftlich genutzt.

Verteilung des Trockenbaggeraushubs auf der Ablagerungsfläche Ziegelgrube Verteilung des Trockenbaggeraushubs auf der Ablagerungsfläche Ziegelgrube Verteilung des Trockenbaggeraushubs auf der Ablagerungsfläche Ziegelgrube Quelle: WSA Kiel-Holtenau

In einem zweiten Schritt erfolgt das Abbaggern des Bodens unter der Wasserlinie sowie die Herstellung der Uferbefestigung und des Betriebswegs. Der Nassbaggeraushub wird, sofern er unbelastet ist, auf eine Verbringungsfläche in die Ostsee rund 10 Kilometer östlich der Halbinsel Schwansen gebracht. Der Transport und die Umlagerung erfolgt mittels Klappschuten, die über das Aufklappen des Rumpfes geleert werden (siehe Monitoring Ostsee).

Mit Klappschuten wird das Nassbaggergut auf eine Verbringungsfläche in die Ostsee rund zehn Kilometer östlich der Halbinsel Schwansen umgelagert. Mit Klappschuten wird das Nassbaggergut auf eine Verbringungsfläche in die Ostsee rund zehn Kilometer östlich der Halbinsel Schwansen umgelagert. Mit Klappschuten wird das Nassbaggergut auf eine Verbringungsfläche in die Ostsee rund zehn Kilometer östlich der Halbinsel Schwansen umgelagert. Quelle: WSA Kiel-Holtenau

Zum Ausbau der Kanalböschung gehört auch die Herstellung einer funktionierenden Entwässerung durch

  • Neubau von Einleitungsbauwerken von einmündenden Gewässern
  • Wiederanschließen vorhandener landwirtschaftlicher Drainagen.
  • Entwässerung von wasserführenden Schichten in der Böschung.

Zur Vermeidung von Erosion und zur Gewährleistung der Wiederbesiedlung der Böschung mit Tieren und Pflanzen gehört auch die Bepflanzung der ausgebauten Böschung nach einem festgelegten Ausgleichsplan zur Aufgabe des Kanalausbaus.

Das WSA bittet alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, die Baustellenabsperrungen zu respektieren und die ausgeschilderten Umleitungen zu nutzen. Das Betreten der Baustellen ist verboten - und gefährlich.

Nach Abschluss des ersten Bauabschnitts zwischen Großkönigsförde und Schinkel ist in aufeinander folgenden Abschnitten die Anpassung des weiteren Kanalverlaufs bis Kiel-Holtenau geplant. Dafür soll in den kommenden Jahren bereits die Verbringungsfläche für die dann dort gebaggerten Böden bei Warleberg mit einer Baustraße sowie einem Anleger am Kanal vorbereitet werden. Eine weitere Voraussetzung für den vollständigen Ausbau der Oststrecke ist der Ersatzneubau der ersten Levensauer Hochbrücke, den das WSA Kiel-Holtenau derzeit ebenfalls durchführt.

Verringerung der Belastungen für Anwohner und Umwelt
Durch sorgfältige Planung und Bauüberwachung versuchen wir die Belastungen für Anwohner und Umwelt so gering wie möglich zu gestalten. So wird der der abgebaggerte Boden über einen temporären Anleger mit Schuten zu den Ablagerungsflächen abtransportiert und Baumaterial auf dem Wasserweg angeliefert. Zudem wurde von der Kreisstraße 92 eine Baustraße zum Kanalufer errichtet. Bei der Baustelleneinrichtungsfläche Flemhude kann durch die neu geschaffene Betriebsstraße der Baustellenverkehr direkt zur Autobahnanschlussstelle Achterwehr geführt werden.

Mit diesen Maßnahmen wird der baustellenbedingte Verkehr in den umliegenden Dörfern auf ein Minimum reduziert. Mit erhöhtem Geräuschpegel durch die Bautätigkeit wird werktags zwischen 7 und 20 Uhr zu rechnen sein. Die Arbeiter greifen dabei auf modernes, geräuschreduziertes Gerät zurück.

Die beliebten Wander- und Radwanderwege, insbesondere die NOK-Route, werden in Teilstrecken umgeleitet und entsprechend ausgeschildert. Sie können bei nahezu gleichbleibender Distanz weiterhin genutzt werden.