Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Monitoring für die Verbringungsfläche
in der Kieler Bucht

Die Ablagerungsfläche für Nassbaggergut befindet sich in der Kieler Bucht, nördlich der Untiefe Stollergrund. Die Ablagerungsfläche für Nassbaggergut befindet sich in der Kieler Bucht, nördlich der Untiefe Stollergrund. Die Ablagerungsfläche für Nassbaggergut befindet sich in der Kieler Bucht, nördlich der Untiefe Stollergrund. Quelle: WSA Kiel-Holtenau

Beim Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals fallen unterhalb der Wasserlinie insgesamt circa drei Millionen Kubikmeter gewachsener Boden als Nassbaggergut an. Dieses natürliche Material wird auf eine Verbringungsfläche in der Kieler Bucht umgelagert. Die 900 x 900 Meter große Fläche befindet sich rund zehn Kilometer östlich der Halbinsel Schwansen. Der Transport und die Umlagerung erfolgt mittels Klappschuten, die über das Aufklappen des Rumpfes geleert werden. Die entstehende kurzzeitige Trübung beim Entladen wird messtechnisch begleitet.

Das Monitoring soll sicherstellen, dass keine nennenswerten Mengen des eingebrachten Bodens außerhalb des Messfeldes verdriftet werden. Seit 2017 zeichnet die Referenzstation (R1) die natürlichen Daten auf. Hierfür wird unter anderem die natürliche Trübung dokumentiert. Diese kann durch das Aufwirbeln von Sediment bei Stürmen entstehen, aber auch durch die Algenblüte oder wenn der Wind Staub von Land auf See weht.

Ablauf des Monitorings
Zu Beginn des Monitorings wurde eine einjährige Nullmessung durchgeführt, um die natürlichen Revierbedingungen im Verbringungsfeld erfassen. Für diese Messung wurden drei Messstationen ausgelegt (R1, M1, M2). Während der anschließenden, seit Juli 2020 laufenden Kampagnenmessung wird der Verbringungsprozess von einzelnen Klappschuten auf der Ablagerungsfläche beobachtet, messtechnisch aufwändig verfolgt und die Daten ausgewertet. In einer zweiten Phase der Kampagnenmessung erfolgt die Verbringung mehrerer Klappschuten unter Baustellenbedingungen. Das Ziel der Kampagnenmessung ist die Erfassung von Messdaten während realer Verbringungsvorgänge sowie die Optimierung der Baustellenabläufe. Zur Verdichtung der Messdaten wurde das Messsystem dabei um drei weitere Messstationen (M3, M4, M5) erweitert.

Die Hauptphase der Nassbaggergutverbringung in der Kieler Bucht wird messtechnisch in einer Dauermessung begleitet. Die Messdaten werden permanent an allen sechs Messstationen aufgezeichnet und ausgewertet. Die Messdaten sind öffentlich einsehbar und stehen im Onlinedaten-Messnetz des Portals Nord-Ostsee-Kanal zur Verfügung. Zusätzlich ist die Bereitstellung von plausibilisierten Messdaten geplant.

Aufbau des Messsystems

Das Messprogramm umfasst folgende Parameter:

  • Strömungsgeschwindigkeit und Strömungsrichtung
  • Trübung und Fluoreszenz
  • Temperatur
  • Leitfähigkeit
  • Sauerstoffgehalt

Die wesentlichen Bestandteile des Messsystems sind:

  • Boje
  • Datenlogger
  • Sensoren
  • Energieversorgung
  • Ankerstein
  • Bergesystem mit Kugelboje

Aufbau einer Messboje des Monitoring-Systems in der Kieler Bucht Aufbau einer Messboje des Monitoring-Systems in der Kieler Bucht Aufbau einer Messboje des Monitoring-Systems in der Kieler Bucht Quelle: WSA Kiel-Holtenau