Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Nord-Ostsee-Kanal

Wir verbinden Meere.

Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) ist die meist befahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße der Welt. Er verbindet die Nordsee mit der Ostsee.

In seiner Bedeutung ist der Nord-Ostsee-Kanal nicht nur wichtiger Teil der regionalen Wirtschaftsstruktur, sondern auch wesentlicher Baustein des transeuropäischen Verkehrsnetzes. Durch seine Weg- und Zeitvorteile stellt die Bundeswasserstraße Nord-Ostsee-Kanal für die internationale Schifffahrt einen großen wirtschaftlichen Vorteil dar.

Schiff mit Rapsfeld auf dem NOK

Als Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) gewährleisten wir die kontinuierliche Unterhaltung des Nord-Ostsee-Kanals und stellen langfristig einen sicheren und verlässlichen Transportweg zur Verfügung. Um die Leistungsfähigkeit für die internationale Schifffahrt auch in Zukunft zu gewährleisten, stehen der wichtigen Transitstrecke Nord-Ostsee-Kanal umfangreiche Ausbaumaßnahmen bevor.

Unser Leitmotiv: Mobilität ermöglichen und die Umwelt schützen!

Wegevorteile

Wir verbinden Meere

Das Befahren des Nord-Ostsee-Kanals bringt je nach Abfahrts- und Zielhafen erhebliche Wegevorteile, im Schnitt 250 Seemeilen (463 Kilometer). Je nach Geschwindigkeit des Schiffes kann durch geschickte Routenwahl ein hoher Zeitverlust vermieden und Treibstoff eingespart werden. Die CO2-Emmissionen sind geringer.

Fährt ein Schiff zum Beispiel von Dover nach Kiel, spart es im Vergleich zu dem Weg über Skagen 368 Seemeilen (682 Kilometer). Von Hamburg nach Stockholm oder Riga erspart der Nord-Ostsee-Kanal 336 Seemeilen (622 Kilometer).

Aber auch von Rotterdam nach Klaipeda kann das Schiff via Nord-Ostsee-Kanal von 183 eingesparten Seemeilen (334 Kilometer) profitieren.


Daten Nord-Ostsee-Kanal

Kanalkarte vom Nord-Ostsee-Kanal Kanalkarte Wasserstraßenkarte, Nord-Ostsee-Kanal

  • Etwa 10.000 Sportboote nutzen jährlich den Nord-Ostsee-Kanal
  • Schiffszahlen NOK (ohne Sportboote)
    im Jahr 2000: rd. 38.400 Schiffe, im Jahr 2017: rd. 30.300 Schiffe
  • Im Vergleich Suez Kanal:
    im Jahr 2000: 14.100 Schiffe, im Jahr 2016: rd. 16.800 Schiffe
  • und Panama Kanal:
    im Jahr 2000: 13.700 Schiffe, im Jahr 2016: rd. 13.100 Schiffe
  • Gütertransporte auf dem NOK insgesamt:
    im Jahr 2000: 58 Mio. Tonnen, im Jahr 2017: 87 Mio. Tonnen
  • Er spart Schiffen einen Umweg von ca. 450 Kilometer um Skagen (Dänemark).
  • Dauer einer Kanalpassage: circa 8 Stunden
  • Maximalgeschwindigkeit im Kanal: 15 km/h (8,1 kn) - für Schiffe der Verkehrsgruppe 6 oder einem Tiefgang von mehr als 8,5 m: 12 km/h (6,5 kn)
  • Maximale Schiffsgröße für Kanalpassage (je nach Verhältnis von Länge, Breite und Tiefgang):
    entweder Länge 235 Meter, Breite 32,5 Meter, Tiefgang 7,0 Meter
    oder Länge 193 Meter, Breite 20 Meter, Tiefgang 9,5 Meter
    oder Länge 160 Meter, Breite 27 Meter, Tiefgang 9,5 Meter
    Zwischenwerte werden interpoliert: zum Beispiel dürfte ein 175 Meter langes Schiff mit 9,5 Meter Tiefgang für eine Kanalpassage maximal 24 Meter breit sein.
  • Für Schiffe mit einem Tiefgang von mehr als 3,10 Meter und für Schiffe ab Verkehrsgruppe 2 besteht Lotspflicht. Ausnahmen sind lediglich in den Verkehrsgruppen 2 und 3 möglich.
  • Ab einer bestimmten Größe müssen Schiffe außerdem auch einen beziehungsweise sogar zwei Kanalsteurer annehmen (zum Beispiel wenn eine der folgenden Abmessungen überschritten ist: 100 Meter Länge bei 15,5 Meter Breite beziehungsweise 115 Meter Länge bei 14 Meter Breite und jeweils 6,1 Meter Tiefgang).
  • Sportfahrzeuge dürfen den Kanal nur während der Tageszeit befahren.

  • Am 21. Juni 1895 wurde der heutige Nord-Ostsee-Kanal von Kaiser Wilhelm II als Kaiser-Wilhelm-Kanal eröffnet - Namenswechsel 1948
  • Direkter Vorläufer war der 1784 in Betrieb genommene Eiderkanal
  • Bauzeit: 1887-1895
  • Erbauungskosten: 156 Millionen Reichsmark
  • Beim Bau beschäftigte Menschen: bis zu 8.900 Mann im Jahre 1892.
  • Schichtlohn eines Erdarbeiters damals: 3,30 Reichsmark
  • Bodenbewegungen beim Bau: mehr als 80 Millionen Kubikmeter
  • 1. Erweiterung: 1907-1914 für 242 Millionen Reichsmark
  • Bodenbewegungen bei 1. Erweiterung: fast so viel wie beim Kanalbau
  • 2. Erweiterung 1965 bis 2002: 840 Millionen DM
  • Veranschlagte Bodenbewegungen bei 2. Erweiterung: circa 41 Millionen Kubikmeter

  • 10 Brücken, lichte Durchfahrtshöhe = 42 Meter (40 Meter Schiff + 2 Meter Reserve)
  • 2 Tunnel (1 Fahrzeugtunnel, 1 Fußgängertunnel - jeweils in Rendsburg)
  • 14 Fährstellen (mit Schwebefähre Rendsburg und Personenfähre Kiel-Holtenau)
  • 12 Weichen (Ausweichstellen, hier können sich auch die größten Schiffe im Kanal begegnen.)
    - siehe auch unter Verkehrsgruppen und Signale
  • Fläche für die der Nord-Ostsee-Kanal als Vorfluter dient: 1.580 km²
  • Der Kanal ist der größte künstliche Vorfluter Schleswig-Holsteins
  • Maßgebender Wasserstand Kanalstrecke: Normalnull -0,20 Meter

  • Länge: 98,637 Kilometer
  • Breite des Wasserspiegels nach Bau: 58 Meter
  • Sohlenbreite nach Bau: 22 Meter
  • Wassertiefe nach Bau: 8,5 Meter
  • Breite des Wasserspiegels 1. Erweiterung: 102,5 Meter
  • Sohlenbreite nach 1. Erweiterung: 44 Meter
  • Wassertiefe nach 1. Erweiterung: 11 Meter
  • Breite des Wasserspiegels nach 2. Erweiterung: heute 162 Meter (außer Oststrecke)
  • Sohlenbreite heute: 90 Meter (außer Oststrecke = Königsförde bis Kiel
    - hier hat der Kanal weiterhin das Profil der 1. Erweiterung)
  • Wassertiefe heute: 11 Meter

  • Internationaler Sprachgebrauch: kiel canal
  • Verantwortlich für den Nord-Ostsee-Kanal ist die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mit den Ämtern WSA Kiel-Holtenau und WSA Brunsbüttel.