Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau

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Inhalt: Die wasserwirtschaftliche Bedeutung des Nord-Ostsee-Kanals

Entwässerung des NOK über die Kleinen Schleusen in Brunsbüttel

Mit dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals wurden die Eider und zahlreiche weitere Flüsse von ihren Oberläufen und Einzugsgebieten abgeschnitten. Für den neuen Wasserweg ergibt sich daraus ein Niederschlagseinzugsgebiet von 1.580 km², einschließlich einer Fläche von ca. 250 km², die durch Schöpfwerke entwässert wird. Der Nord-Ostsee-Kanal dient somit einer Fläche von ca. 10 % des Landes Schleswig- Holstein als Vorfluter.

Durch die Schleusen an beiden Kanalenden ist der Nord-Ostsee-Kanal ein staugeregeltes, annähernd auf dem Niveau des Meeres liegendes Gewässer. Das in Schleswig-Holstein herrschende Klima erfordert einen regelmäßigen Abfluss aus dem Nord-Ostsee-Kanal. Nur so kann eine möglichst konstante Wasserspiegellage gehalten werden. Das ist sowohl für die Standsicherheit der Böschungen wie für die Bauwerke notwendig. Ausreichende Wassertiefen gewährleisten u.a. die Brückendurchfahrtshöhen für die Schifffahrt und sorgen für einen reibungslos querenden Fährverkehr.

Die Möglichkeiten zur Entwässerung in Elbe- und Ostsee bestehen an den Schleusenanlagen in Brunsbüttel und Kiel-Holtenau nur im Freispiegelgefälle d. h. der Abfluss ist nur bei niedrigeren Außenwasserständen möglich.

Die mittleren Wasserstandhöhen an der Ostsee in Kiel und der Kanalwasserspiegel befinden sich etwa auf gleichem Niveau. Daher kann nur in Zeiten mit niedrigerem Ostseewasserspiegel das Wasser auf dieser Seite abfließen. Über das Jahr gesehen fließen in Kiel-Holtenau durchschnittlich nur ca. 10% des überschüssigen Wasservolumens des NOK ab. Der größte Teil fließt durch die regelmäßige Entwässerung in Brunsbüttel in die Elbe ab.

Wegen der Gezeiten ist die Entwässerung in Brunsbüttel nur ungefähr drei bis vier Stunden um den Zeitpunkt des Tideniedrigwassers (Ebbe) möglich. Dabei können Strömungsgeschwindigkeiten im Nahbereich der Schleusen entstehen, die wiederum von der Schifffahrt zu beachten sind. In Abwägung der betrieblichen Belange und der hydrologischen und meteorologischen Randbedingungen muss die Entwässerung des NOK so gesteuert werden, dass bei eventuellen Sturmwetterlagen und lang anhaltenden Niederschlägen ein maximaler Wasserstand im Kanal nicht überschritten wird.

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Die aktuellen Wasserstände des NOK sind im Internet der WSV verfügbar (bitte klicken Sie auf das hier links stehende Logo "Pegelonline". Sie können verschiedene Pegel auswählen. Anhand der Pegelwasserstände kann nachvollzogen werden, wie sich Regen und Wind auf die Wasserbewirtschaftung am NOK auswirken. Beispielhaft haben wir hier die Situation um den 20.12.2014 einmal dargestellt - mehr ...

Als Lieferant für Industriewasser wird der Kanal nur bedingt genutzt, da von beiden Mündungen Salzwasser in den Kanal eindringt und die Chloride und Schwebstoffe Schäden an den Anlagen verursachen. Der Salzgehalt (Salinität) an der Elbseite mit 3 bis 7 Promille und an der Kieler Förde mit 10 bis 14 Promille lassen sowohl Süß- und Salzwasserfische heimisch werden.

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung realisiert derzeit ein Modellsystem, mit dem die langfristige und kurzfristige Wasserbewirtschaftung des Nord-Ostsee-Kanals simuliert, vorausberechnet und prognostiziert werden kann. Erste Ergebnisse sind für 2017 / 2018 zu erwarten.